Wilhelm Busch Gedichte - Ermahnungen und Winke

Wilhelm Busch
Oh wie lieblich, oh wie schicklich,
sozusagen herzerquicklich,
ist es doch für eine Gegend,
wenn zwei Leute, die vermögend,
außerdem mit sich zufrieden,
aber von Geschlecht verschieden,
wenn nun diese, sag ich, ihre
dazu nötigen Papiere
sowie auch die Haushaltsachen
endlich mal in Ordnung machen
und in Ehren und beizeiten
hin zum Standesamte schreiten.
Wie es denen, welche lieben,
vom Gesetze vorgeschrieben;
Dann ruft jeder freudiglich:
Gott sei Dank sie mögen sich!

Dass es hierzu aber endlich
kommen muss, ist selbstverständlich.
Oder liebt man Pfänderspiele?
So was lässt den Weisen kühle.
Oder schätzt man Tanz und Reigen?
Von Symbolen lasst uns schweigen.
Oder will man unter Rosen
innig miteinander Kosen?
Dies hat freilich seinen Reiz.
Aber elterlicherseits
stößt man leicht auf so gewisse
unbequeme Hindernisse,
und man hat, um sie zu heben,
als verlobt sich kund zu geben.

Das ist allerdings was Schönes,
dennoch mangelt dies und jenes.
Traulich im Familienkreise
sitzt man da und flüstert leise,
drückt die Daumen, küsst und plaudert.
Zehne schlägt's, indes man zaudert.
Mutter strickt und Vater gähnt,
und eh man was Böses wähnt,
heißt es: Gute Nacht bis morgen!

Tief im Paletot verborgen,
durch die schwarzen, nassen Gassen,
die fast jeder Mensch verlassen,
strebt man unmutsvoll nach hause
in die alte, kalte Klause,
wühlt ins Bett sich tief und tiefer,
Schnatteratt! So macht der Kiefer,
und so etwa gegen eine
kriegt man endlich warme Beine.
Kurz, Verstand sowie Empfindung
dringt auf ehliche Verbindung.

Dann wird's aber auch gemütlich.
Täglich, stündlich und minütlich.
Darf man nun vereint zu zweien
Arm in Arm spazieren gehen!
Ja, was irgend schön und lieblich,
segensreich und landesüblich
und ein gutes Herz ergetzt,
prüft, erfährt und hat man jetzt.

Wilhelm Busch (deutscher Dichter und Zeichner)

Familie Feiern Fest Hochzeit

Weitere Gedichte von Wilhelm Busch

Sahst du das wunderbare Bild von Brouwer? Er stellt sich vor sein Spiegelglas Es saß in meiner Knabenzeit Sehr tadelnswert ist unser Tun Zwischen diesen zwei Gescheiten Ich habe von einem Vater gelesen Hoch verehr ich ohne Frage O du, die mir die Liebste war Gerne wollt ihr Gutes gönnen Wärst du ein Bächlein, ich ein Bach Sie war ein Blümlein hübsch und fein Sie hat nichts und du desgleichen Sie stritten sich beim Wein herum Was soll ich nur von eurer Liebe glauben? Mein kleinster Fehler ist der Neid Zu nehmen, zu behalten Ich wußte, sie ist in der Küchen Es flog einmal ein munt‘res Fliegel Selig sind die Auserwählten Ich weiß ein Märchen hübsch und tief Gott ja, was gibt es doch für Narren! Er war ein grundgescheiter Mann Strebst du nach des Himmels Freude Frisch gewagt Wie schad, daß ich kein Pfaffe bin Wirklich, er war unentbehrlich Es sprach der Fritz zu dem Papa Vor Jahren waren wir mal entzweit Zauberschwestern Mich wurmt es Seid mir nur nicht gar zu traurig Ich sah dich gern im Sonnenschein Es ging der fromme Herr Kaplan Du willst sie nie und nie mehr wiedersehen? Zwei Jungfern Es wird mit Recht ein guter Braten Früher, da ich unerfahren Woher, wohin? Kinder lasset uns besingen Ich meine doch, so sprach er mal Wenn alles sitzen bliebe Wenn ich dereinst ganz alt und schwach Zu zweit Es stand vor eines Hauses Tor Liebesglut Liebe - sagt man schön und richtig Es kam ein Lump mir in die Quer Ich saß vergnüglich bei dem Wein Zahnschmerz Es saß ein Fuchs im Walde tief Gestern war in meiner Mütze Du warst noch so ein kleines Mädchen Ich hab in einem alten Buch gelesen Ein dicker Sack Ach, ich fühl es! Keine Tugend Zu gut gelebt Also hat es dir gefallen Wenn ich im Januar Die erste alte Tante sprach Die Selbstkritik hat viel für sich Die Rose sprach zum Mägdelein Die Liebe war nicht geringe Denkst du dieses alte Spiel Viel Freude macht Ärgerlich Der alte Förster Püsterich Du fragtest mich früher nach mancherlei Als ich ein kleiner Bube war Ich weiß noch, wie er in der Juppe Warnung vor der Ehe Im Herbst Die Affen Nun, da die Frühlingsblumen wieder blühen Als ich ein kleiner Bub war Laß doch das ewige Fragen Du hast das schöne Paradies verlassen Ermahnungen und Winke Als er noch krause Locken trug Es hatte ein Müller eine Mühl Es saßen einstens beieinand Mein Freund Zu Neujahr Da kommt mir ebenso ein Freund Warum heiratet man Nie war die eine Liebesnacht Der Stern Man wünschte sich herzlich gute Nacht Die Freunde Humor Abschied Das Bild des Mannes Es ist halt schön