Wilhelm Busch Gedichte - Die Freunde

Wilhelm Busch
Zwei Knaben, Fritz und Ferdinand,
Die gingen immer Hand in Hand,
Und selbst in einer Herzensfrage
Trat ihre Einigkeit zutage.

Sie liebten beide Nachbars Käthchen,
Ein blondgelocktes, kleines Mädchen.
Einst sagte die verschmitzte Dirne:
Wer holt mir eine Sommerbirne,
Recht saftig, aber nicht zu klein?
Hernach soll er der Beste sein.

Der Fritz nahm seinen Freund beiseit'
Und sprach: Das machen wir zu zweit;
Da drüben wohnt der alte Schramm,
Der hat den schönsten Birnenstamm;
Du steigst hinauf und schüttelst sacht,
ich lese auf und gebe acht.

Gesagt, getan. Sie sind am Ziel.
Schon als die erste Birne fiel,
Macht Fritz damit sich aus dem Staube,
Denn eben schlich aus dunkler Laube,
In fester Faust ein spanisch Rohr,
Der aufmerksame Schramm hervor.

Auch Ferdinand sah ihn beizeiten
Und tät am Stamm heruntergleiten
In Ängstlichkeit und großer Hast;
Doch eh er unten Fuß gefasst,
Begrüßt ihn Schramm bereits mit Streichen,
Als wollt' er einen Stein erweichen.

Der Ferdinand, voll Schmerz und Hitze,
Entfloh und suchte seinen Fritze.
Wie angewurzelt blieb er steh'n.
Ach, hätt' er es doch nie geseh'n:
Die Käthe hat den Fritz geküsst,
Worauf sie eine Birne isst.

Wilhelm Busch (deutscher Dichter und Zeichner)

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Selig sind die Auserwählten Wärst du ein Bächlein, ich ein Bach Sie war ein Blümlein hübsch und fein Zwischen diesen zwei Gescheiten Sahst du das wunderbare Bild von Brouwer? Er stellt sich vor sein Spiegelglas Frisch gewagt Sie hat nichts und du desgleichen O du, die mir die Liebste war Hoch verehr ich ohne Frage Es saß in meiner Knabenzeit Sehr tadelnswert ist unser Tun Liebesglut Was soll ich nur von eurer Liebe glauben? Zu nehmen, zu behalten Mein kleinster Fehler ist der Neid Ich wußte, sie ist in der Küchen Es sprach der Fritz zu dem Papa Es wird mit Recht ein guter Braten Gott ja, was gibt es doch für Narren! Sie stritten sich beim Wein herum Gerne wollt ihr Gutes gönnen Er war ein grundgescheiter Mann Wirklich, er war unentbehrlich Woher, wohin? Wie schad, daß ich kein Pfaffe bin Ich habe von einem Vater gelesen Ich weiß ein Märchen hübsch und tief Es flog einmal ein munt‘res Fliegel Mich wurmt es Strebst du nach des Himmels Freude Zahnschmerz Zu zweit Zwei Jungfern Es ging der fromme Herr Kaplan Ich sah dich gern im Sonnenschein Früher, da ich unerfahren Seid mir nur nicht gar zu traurig Wenn alles sitzen bliebe Wenn ich dereinst ganz alt und schwach Zauberschwestern Vor Jahren waren wir mal entzweit Es saß ein Fuchs im Walde tief Du willst sie nie und nie mehr wiedersehen? Ein dicker Sack Zu gut gelebt Ich meine doch, so sprach er mal Kinder lasset uns besingen Liebe - sagt man schön und richtig Es stand vor eines Hauses Tor Es kam ein Lump mir in die Quer Ich saß vergnüglich bei dem Wein Humor Gestern war in meiner Mütze Ach, ich fühl es! Keine Tugend Ich hab in einem alten Buch gelesen Du warst noch so ein kleines Mädchen Warnung vor der Ehe Wenn ich im Januar Viel Freude macht Also hat es dir gefallen Im Herbst Die erste alte Tante sprach Ich weiß noch, wie er in der Juppe Die Liebe war nicht geringe Die Affen Die Selbstkritik hat viel für sich Die Rose sprach zum Mägdelein Ermahnungen und Winke Ärgerlich Denkst du dieses alte Spiel Der alte Förster Püsterich Du fragtest mich früher nach mancherlei Als ich ein kleiner Bube war Nun, da die Frühlingsblumen wieder blühen Es hatte ein Müller eine Mühl Warum heiratet man Als ich ein kleiner Bub war Du hast das schöne Paradies verlassen Als er noch krause Locken trug Laß doch das ewige Fragen Es saßen einstens beieinand Nie war die eine Liebesnacht Zu Neujahr Mein Freund Man wünschte sich herzlich gute Nacht Der Stern Da kommt mir ebenso ein Freund Das Bild des Mannes Die Freunde Abschied Es ist halt schön