Joachim Ringelnatz Gedichte - Das Geschwätz

Joachim Ringelnatz
Heute wurde Geld eingesammelt,
Wo ich angestellt bin, in dem Büro,
Für die Frau von jemand, der sich erhängte.
Eine Büchse ging rum. Und jeder schenkte.
Drei Mark; das ist bei uns immer so.

Es braucht niemand zu wissen, wodran ich bin.
Ich habe das Geld meiner Mutter gestohlen.

Ich habe noch gestern acht Mark für Kohlen
Bezahlt. Und die Alte stumpft doch bloß so hin.
Und bei ihrer Schwindsucht und sowieso
Kann es ja doch nicht mehr lange währen.
Ich kann auch nicht ewig fünf Menschen ernähren
Bei der Arbeit in dem Büro.

Ich möchte mal wieder eine Musik hören;
Das stimmt einen wieder mal froh.

Joachim Ringelnatz (deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler)

Arbeit Geld Musik Sterben

Weitere Gedichte von Joachim Ringelnatz

Miliz Der Mann der meine Schuhe putzt Fand meinen einen Handschuh wieder Bürger, den ich meine Die Schnupftabaksdose Brief auf Hotelpapier Der Komiker Die Litfaßsäulen Ein Pflasterstein, der war einmal Die Lupe bietet sich an So gut wie schlecht Nichts geschieht Ein ehemaliger Matrose fliegt Es war ein Stahlknopf irgendwo Von einem, dem alles danebenging Lustig quasselt Der Seriöse Schnauz und Miez Der Zahnfleischkranke Dickhäuter Es lebe die Mode! Nie bist du ohne Nebendir Liedchen Was dann? Das scheue Wort Der Bücherfreund Angstgebet in Wohnungsnot Von dem großen Elefanten Der Athlet Der Unfall Das Geschwätz Draußen schneits Aneinander vorbei Die Kartenlegerin Der Sperling und das Känguru Pinguine Dreiste Blicke Aus dem Tagebuch eines Bettlers Ansprache eines Fremden Die Ameisen Das Geseires einer Aftermieterin Im Park Berlin Der Sänger Einsamer Spazierflug Zwei Tannenwurzeln Ein männlicher Briefmark erlebte Aus Das Mädchen mit dem Muttermal Ein ganzes Leben Drei Tage Tirol Ein Strolch sieht spielende Kinder Morgenwonne Das Schlüsselloch Weihnachten Essen ohne Dich Fliegerleute Insel Hiddensee Die Feder Blues Ein Stück Bierflasche Heimatlose Heimatlose Die Frau mit der Reiherfeder Der sächsische Dialekt Begrüßung eines soeben Gelandeten Doch ihre Sterne kannst du nicht verschieben Septembertag Vorfreude auf Weihnachten Ehrgeiz Flugzeuggedanken Eine Zuschauerin im Flughafen Die Fliege im Flugzeug Deutsche Sommernacht Ein Nagel saß in einem Stück Holz Babies Nebel am Wattenmeer Der letzte Tag vergangnen Jahrs Das Nasobem Schöne Fraun mit schönen Katzen An meinen Lehrer Winter Sommerfrische Neuschnee An der alten Elster Lebhafte Winterstraße Genau besehn Arm Kräutchen Das Turngedicht am Pferd In der Neujahrsnacht Entschuldigungsbrief Der Glückwunsch Auf dem Fliegenplaneten Abgesehen von der Profitlüge Ein Taschenkrebs und ein Känguruh Aus meiner Kinderzeit Freundschaft Das Herz laviert nicht Aus der Kundenkunde Enttäuschter Badegast Arm Kräutchen Die Flucht der Heiligen Familie Auf den eisbedeckten Scheiben Ich wollte Dir was dezidieren Einsiedlers Heiliger Abend Der letzte Weg Aus der Vogelkunde An die Masse Aufgebung An meinen Kaktus Ab Kopenhagen Am Hängetau An M. Am Barren An Alfred Schloßhauer Frucht-Zucht-Frucht An einem Teiche An M. Freiübungen Ferngruß von Bett zu Bett Die Krähe Großer Vogel An meinen Zigarettenrauch Ach wie schön, dass Du geboren bist An meine Herberge in Stuttgart Die Badewanne An ein startendes Flugzeug Am Sachsenplatz - Die Nachtigall Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Datteldu Brautnacht Abermals in Zwickau August 1929 An Land Abschied der Seeleute Abendgebet einer erkälteten Negerin Abschied von Renée