Joachim Ringelnatz Gedichte - Das Geseires einer Aftermieterin

Joachim Ringelnatz
Meine Stellung hatte ich verloren,
Weil ich meinem Chef zu häßlich bin.
Und nun habe ich ein Mädchen geboren,
Wo keinen Vater hat, und kein Kinn.

Als mein Vormund sich erhängte,
Besaß ich noch das Kreppdischingewand,
Was ich später der Anni schenkte.
Die war Masseuse in Helgoland.

Aber der bin ich nun böse.
Denn die ließ mich im Stich.
Und die ist gar keine Masseuse,
Sondern geht auf den -.

Mir ist nichts nachzusagen.
Ich habe mit einem Zahnarzt verkehrt.
Der hat mich auf Händen getragen.
Doch ich habe mir selber mein Glück zerstört.

Das war im Englischen Garten.
Da gab mir's der Teufel ein,
Daß ich - um auf Gustav zu warten -
In der Nase bohrte, ich Schwein.

Gustav hat alles gesehn.
Er sagte: das sei kein Benehmen.
Was hilft es nun, mich zu schämen.
Ich möchte manchmal ins Wasser gehn.

Joachim Ringelnatz (deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler)

Leben Lustig Mädchen Vater

Weitere Gedichte von Joachim Ringelnatz

Miliz Nichts geschieht So gut wie schlecht Von einem, dem alles danebenging Lustig quasselt Schöne Fraun mit schönen Katzen Schnauz und Miez Nie bist du ohne Nebendir Zwei Tannenwurzeln Fand meinen einen Handschuh wieder Morgenwonne Liedchen Der Seriöse Die Litfaßsäulen Im Park Die Schnupftabaksdose Der Sperling und das Känguru Heimatlose Der Mann der meine Schuhe putzt Es lebe die Mode! Brief auf Hotelpapier Angstgebet in Wohnungsnot Ein Pflasterstein, der war einmal Die Lupe bietet sich an Von dem großen Elefanten Bürger, den ich meine Nebel am Wattenmeer Der Komiker Ein Stück Bierflasche Insel Hiddensee Was dann? Winter Es war ein Stahlknopf irgendwo Draußen schneits Ein ehemaliger Matrose fliegt Heimatlose Dickhäuter Ein Strolch sieht spielende Kinder Dreiste Blicke Pinguine Der Unfall Fliegerleute Der Zahnfleischkranke Ein männlicher Briefmark erlebte Das scheue Wort Der Athlet Die Kartenlegerin Der Bücherfreund Das Mädchen mit dem Muttermal Aneinander vorbei Das Geschwätz Aus dem Tagebuch eines Bettlers Die Ameisen Septembertag Ein ganzes Leben Begrüßung eines soeben Gelandeten Das Geseires einer Aftermieterin Einsamer Spazierflug Weihnachten Essen ohne Dich Berlin Neuschnee Der Sänger Flugzeuggedanken Ansprache eines Fremden Doch ihre Sterne kannst du nicht verschieben Eine Zuschauerin im Flughafen Das Schlüsselloch Ein Nagel saß in einem Stück Holz Aus Die Feder Drei Tage Tirol Vorfreude auf Weihnachten Die Fliege im Flugzeug Ehrgeiz Das Nasobem Arm Kräutchen Die Frau mit der Reiherfeder Blues Auf dem Fliegenplaneten Babies Lebhafte Winterstraße Aus meiner Kinderzeit Genau besehn Der letzte Tag vergangnen Jahrs Das Turngedicht am Pferd An meinen Lehrer Deutsche Sommernacht Der sächsische Dialekt Sommerfrische Enttäuschter Badegast Auf den eisbedeckten Scheiben An der alten Elster In der Neujahrsnacht Der Glückwunsch Ein Taschenkrebs und ein Känguruh Die Badewanne Großer Vogel Aus der Kundenkunde Abgesehen von der Profitlüge Die Krähe Ab Kopenhagen Die Flucht der Heiligen Familie Arm Kräutchen Aus der Vogelkunde Entschuldigungsbrief Einsiedlers Heiliger Abend Freundschaft Ich wollte Dir was dezidieren Das Herz laviert nicht An M. An die Masse An meinen Kaktus Am Hängetau Frucht-Zucht-Frucht Der letzte Weg Ferngruß von Bett zu Bett An M. Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Datteldu Am Barren Aufgebung Freiübungen An ein startendes Flugzeug Am Sachsenplatz - Die Nachtigall An einem Teiche An Alfred Schloßhauer Ach wie schön, dass Du geboren bist Abendgebet einer erkälteten Negerin August 1929 An Land Abermals in Zwickau An meinen Zigarettenrauch An meine Herberge in Stuttgart Brautnacht Abschied der Seeleute Abschied von Renée