Joachim Ringelnatz Gedichte - Drei Tage Tirol

Joachim Ringelnatz
Ich bin nach Tirol gereist
Und hab das Zuhause vergessen.
Ich habe viel Freiheit gefressen
Und viel Gesellschaft gespeist.
Landschaften hab ich gesoffen
Und Illusionen geraucht.

Die Menschen, die ich getroffen,
Standen meist so zu den Sternen,
Daß man, um sie kennenzulernen,
Nicht erst zu verreisen braucht.

Das nennt man Drahtseilbahn: Es hing
Ein Zündholzschächtelchen an Zwirn.

Und ein Gewitter kam. – Das ging
Mir superior durch Herz und Hirn.

Wie tut ein wildes Wandern wohl,
Wenn man sein Einsamgehn durchleuchtet!

An allen Stellen angefeuchtet
Kam ich nach Hause aus Tirol.

Joachim Ringelnatz (deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler)

Abenteuer Einsamkeit Freiheit Gewitter Illusion Reisen Wandern

Weitere Gedichte von Joachim Ringelnatz

Miliz Nichts geschieht So gut wie schlecht Von einem, dem alles danebenging Lustig quasselt Schöne Fraun mit schönen Katzen Schnauz und Miez Nie bist du ohne Nebendir Zwei Tannenwurzeln Fand meinen einen Handschuh wieder Morgenwonne Liedchen Der Seriöse Die Litfaßsäulen Im Park Die Schnupftabaksdose Der Sperling und das Känguru Heimatlose Der Mann der meine Schuhe putzt Es lebe die Mode! Brief auf Hotelpapier Angstgebet in Wohnungsnot Ein Pflasterstein, der war einmal Die Lupe bietet sich an Von dem großen Elefanten Bürger, den ich meine Nebel am Wattenmeer Der Komiker Ein Stück Bierflasche Insel Hiddensee Was dann? Winter Es war ein Stahlknopf irgendwo Draußen schneits Ein ehemaliger Matrose fliegt Heimatlose Dickhäuter Ein Strolch sieht spielende Kinder Dreiste Blicke Pinguine Der Unfall Fliegerleute Der Zahnfleischkranke Ein männlicher Briefmark erlebte Das scheue Wort Der Athlet Die Kartenlegerin Der Bücherfreund Das Mädchen mit dem Muttermal Aneinander vorbei Das Geschwätz Aus dem Tagebuch eines Bettlers Die Ameisen Septembertag Ein ganzes Leben Begrüßung eines soeben Gelandeten Das Geseires einer Aftermieterin Einsamer Spazierflug Weihnachten Essen ohne Dich Berlin Neuschnee Der Sänger Flugzeuggedanken Ansprache eines Fremden Doch ihre Sterne kannst du nicht verschieben Eine Zuschauerin im Flughafen Das Schlüsselloch Ein Nagel saß in einem Stück Holz Aus Die Feder Drei Tage Tirol Vorfreude auf Weihnachten Die Fliege im Flugzeug Ehrgeiz Das Nasobem Arm Kräutchen Die Frau mit der Reiherfeder Blues Auf dem Fliegenplaneten Babies Lebhafte Winterstraße Aus meiner Kinderzeit Genau besehn Der letzte Tag vergangnen Jahrs Das Turngedicht am Pferd An meinen Lehrer Deutsche Sommernacht Der sächsische Dialekt Sommerfrische Enttäuschter Badegast Auf den eisbedeckten Scheiben An der alten Elster In der Neujahrsnacht Der Glückwunsch Ein Taschenkrebs und ein Känguruh Die Badewanne Großer Vogel Aus der Kundenkunde Abgesehen von der Profitlüge Die Krähe Die Flucht der Heiligen Familie Ab Kopenhagen Arm Kräutchen Aus der Vogelkunde Entschuldigungsbrief Einsiedlers Heiliger Abend Freundschaft Ich wollte Dir was dezidieren Das Herz laviert nicht An M. An die Masse An meinen Kaktus Am Hängetau Frucht-Zucht-Frucht Der letzte Weg Ferngruß von Bett zu Bett An M. Am Barren Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Datteldu Aufgebung Freiübungen An ein startendes Flugzeug Am Sachsenplatz - Die Nachtigall An einem Teiche An Alfred Schloßhauer Ach wie schön, dass Du geboren bist Abendgebet einer erkälteten Negerin August 1929 An Land Abermals in Zwickau An meinen Zigarettenrauch An meine Herberge in Stuttgart Brautnacht Abschied der Seeleute Abschied von Renée