Joachim Ringelnatz Gedichte - Lebhafte Winterstraße

Joachim Ringelnatz
Es gehen Menschen vor mir hin
Und gehen mir vorbei, und keiner
Davon ist so, wie ich es bin.
Es blickt ein jedes so nach seiner
Gegebenen Art in seine Welt.

Wer hat die Menschen so entstellt?

Ich sehe sie getrieben treiben.
Warum sie wohl nie stehenbleiben,
Zu sehen, was nach ihnen sieht?
Warum der Mensch vorm Menschen flieht?

Und eine weiße Weite Schnee
Verdreckt sich unter ihren Füßen.
So viele Menschen. Mir ist weh:
Keinen von ihnen darf ich grüßen.

Joachim Ringelnatz (deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler)

Gesellschaft Menschen Sehen Winter

Weitere Gedichte von Joachim Ringelnatz

Miliz So gut wie schlecht Nichts geschieht Heimatlose Lustig quasselt Schöne Fraun mit schönen Katzen Von einem, dem alles danebenging Zwei Tannenwurzeln Im Park Schnauz und Miez Morgenwonne Nie bist du ohne Nebendir Liedchen Der Sperling und das Känguru Nebel am Wattenmeer Insel Hiddensee Der Seriöse Fand meinen einen Handschuh wieder Von dem großen Elefanten Ein Stück Bierflasche Die Litfaßsäulen Die Schnupftabaksdose Der Mann der meine Schuhe putzt Es lebe die Mode! Angstgebet in Wohnungsnot Brief auf Hotelpapier Die Lupe bietet sich an Ein Pflasterstein, der war einmal Winter Heimatlose Bürger, den ich meine Der Komiker Es war ein Stahlknopf irgendwo Was dann? Fliegerleute Draußen schneits Ein ehemaliger Matrose fliegt Dickhäuter Pinguine Ein Strolch sieht spielende Kinder Dreiste Blicke Der Unfall Der Zahnfleischkranke Ein männlicher Briefmark erlebte Großer Vogel Das scheue Wort Der Athlet Der Bücherfreund Die Kartenlegerin Essen ohne Dich Begrüßung eines soeben Gelandeten Das Mädchen mit dem Muttermal Aneinander vorbei Die Ameisen Das Geschwätz Septembertag Ein ganzes Leben Aus dem Tagebuch eines Bettlers Flugzeuggedanken Neuschnee Eine Zuschauerin im Flughafen Das Geseires einer Aftermieterin Einsamer Spazierflug Der Sänger Berlin Weihnachten Die Feder Ein Nagel saß in einem Stück Holz Doch ihre Sterne kannst du nicht verschieben Ansprache eines Fremden Das Schlüsselloch Die Fliege im Flugzeug Aus Drei Tage Tirol Die Krähe Arm Kräutchen Vorfreude auf Weihnachten Das Nasobem Ehrgeiz Die Badewanne Auf dem Fliegenplaneten Aus meiner Kinderzeit Die Frau mit der Reiherfeder Genau besehn Blues Lebhafte Winterstraße Enttäuschter Badegast Babies Der letzte Tag vergangnen Jahrs Deutsche Sommernacht Das Turngedicht am Pferd An meinen Lehrer Sommerfrische Ein Taschenkrebs und ein Känguruh Auf den eisbedeckten Scheiben Der sächsische Dialekt An der alten Elster Der Glückwunsch In der Neujahrsnacht Ab Kopenhagen Aus der Kundenkunde Abgesehen von der Profitlüge Aus der Vogelkunde Arm Kräutchen Die Flucht der Heiligen Familie An M. An ein startendes Flugzeug Entschuldigungsbrief Freundschaft Ich wollte Dir was dezidieren Einsiedlers Heiliger Abend Am Sachsenplatz - Die Nachtigall Das Herz laviert nicht Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Datteldu An meinen Kaktus An die Masse Frucht-Zucht-Frucht Ferngruß von Bett zu Bett Am Hängetau Freiübungen Am Barren An M. Der letzte Weg Aufgebung An einem Teiche Abermals in Zwickau Ach wie schön, dass Du geboren bist Abendgebet einer erkälteten Negerin An Alfred Schloßhauer August 1929 An Land An meinen Zigarettenrauch An meine Herberge in Stuttgart Abschied der Seeleute Brautnacht Abschied von Renée