Joachim Ringelnatz Gedichte - Ferngruß von Bett zu Bett

Joachim Ringelnatz
Wie ich bei dir gelegen
Habe im Bett, weißt du es noch?
Weißt du noch, wie verwegen
Die Luft uns stand? Und wie es roch?

Und all die seidenen Kissen
Gehörten deinem Mann.
Doch uns schlug kein Gewissen.
Gott weiß, wie redlich untreu
Man sein kann.

Weißt du noch, wie wir’s trieben,
Was nie geschildert werden darf?
Heiß, frei, besoffen, fromm und scharf.
Weißt du, dass wir uns liebten?
Und noch lieben?

Man liebt nicht oft in solcher Weise.
Wie fühlvoll hat dein spitzer Hund bewacht.
Ja unser Glück war ganz und rasch und leise.
Nun bist du fern.
Gute Nacht.

Joachim Ringelnatz (deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler)

Erinnerung Erotik Verlangen

Weitere Gedichte von Joachim Ringelnatz

Miliz Der Mann der meine Schuhe putzt Fand meinen einen Handschuh wieder Bürger, den ich meine Die Schnupftabaksdose Brief auf Hotelpapier Der Komiker Ein Pflasterstein, der war einmal Die Litfaßsäulen Die Lupe bietet sich an Nichts geschieht So gut wie schlecht Es war ein Stahlknopf irgendwo Ein ehemaliger Matrose fliegt Von einem, dem alles danebenging Schnauz und Miez Lustig quasselt Der Seriöse Der Zahnfleischkranke Es lebe die Mode! Dickhäuter Liedchen Nie bist du ohne Nebendir Was dann? Das scheue Wort Der Bücherfreund Von dem großen Elefanten Angstgebet in Wohnungsnot Der Athlet Der Unfall Das Geschwätz Draußen schneits Aneinander vorbei Die Kartenlegerin Der Sperling und das Känguru Pinguine Ansprache eines Fremden Aus dem Tagebuch eines Bettlers Dreiste Blicke Die Ameisen Das Geseires einer Aftermieterin Im Park Berlin Der Sänger Einsamer Spazierflug Zwei Tannenwurzeln Ein männlicher Briefmark erlebte Aus Ein ganzes Leben Das Mädchen mit dem Muttermal Drei Tage Tirol Ein Strolch sieht spielende Kinder Das Schlüsselloch Morgenwonne Essen ohne Dich Fliegerleute Die Feder Insel Hiddensee Blues Ein Stück Bierflasche Heimatlose Weihnachten Heimatlose Die Frau mit der Reiherfeder Der sächsische Dialekt Begrüßung eines soeben Gelandeten Doch ihre Sterne kannst du nicht verschieben Septembertag Ehrgeiz Flugzeuggedanken Eine Zuschauerin im Flughafen Vorfreude auf Weihnachten Die Fliege im Flugzeug Deutsche Sommernacht Ein Nagel saß in einem Stück Holz Babies Der letzte Tag vergangnen Jahrs Nebel am Wattenmeer Schöne Fraun mit schönen Katzen Das Nasobem An meinen Lehrer Sommerfrische Winter Neuschnee An der alten Elster Genau besehn Lebhafte Winterstraße Arm Kräutchen Das Turngedicht am Pferd Entschuldigungsbrief In der Neujahrsnacht Der Glückwunsch Auf dem Fliegenplaneten Abgesehen von der Profitlüge Ein Taschenkrebs und ein Känguruh Freundschaft Das Herz laviert nicht Aus meiner Kinderzeit Aus der Kundenkunde Enttäuschter Badegast Arm Kräutchen Die Flucht der Heiligen Familie Ich wollte Dir was dezidieren Auf den eisbedeckten Scheiben Einsiedlers Heiliger Abend Der letzte Weg An die Masse Aus der Vogelkunde Aufgebung An meinen Kaktus Ab Kopenhagen Am Hängetau An M. Am Barren An Alfred Schloßhauer Frucht-Zucht-Frucht An einem Teiche Freiübungen An M. Ferngruß von Bett zu Bett Die Krähe Großer Vogel An meinen Zigarettenrauch Ach wie schön, dass Du geboren bist An meine Herberge in Stuttgart Die Badewanne An ein startendes Flugzeug Am Sachsenplatz - Die Nachtigall Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Datteldu Brautnacht Abermals in Zwickau August 1929 An Land Abschied der Seeleute Abendgebet einer erkälteten Negerin Abschied von Renée