Wilhelm Busch Gedichte - Nun, da die Frühlingsblumen wieder blühen

Wilhelm Busch
Nun, da die Frühlingsblumen wieder blühen,
In milder Luft die weißen Wolken ziehen,
Denk ich mit Wehmut deiner Lieb und Güte,
Du süßes Mädchen, das so früh verblühte.
Du liebtest nicht der Feste Lärm und Gaffen,
Erwähltest dir daheim ein stilles Schaffen,
Die Sorge und Geduld, das Dienen, Geben,
Ein innigliches Nur-für-andre-leben.
So teiltest du in deines Vaters Haus
Den Himmelsfrieden deiner Seele aus.
Bald aber kamen schwere, schwere Zeiten.
Wir mußten dir die Lagerstatt bereiten;
Wir sahn, wie deine lieben Wangen bleichten,
Sahn deiner Augen wundersames Leuchten;
Wir weinten in der Stille, denn wir wußten,
Daß wir nun bald auf ewig scheiden mußten.
Du klagtest nicht. Voll Milde und Erbarmen
Gedachtest du der bitter‘n Not der Armen,
Gabst ihnen deine ganze kleine Habe
Und seufztest tief, daß so gering die Gabe.
Es war die letzte Nacht und nah das Ende;
Wir küßten dir die zarten weißen Hände;
Du sprachst, lebt wohl, in deiner stillen Weise,
Und: oh, die schönen Blumen! riefst du leise.
Dann war‘s vorbei. Die großen Augensterne,
Weit, unbeweglich, starrten in die Ferne,
Indes um deine Lippen, halbgeschlossen,
Ein kindlich-ernstes Lächeln ausgegossen.
So lagst du da, als hättest du entzückt
Und staunend eine neue Welt erblickt.
Wo bist du nun, du süßes Kind, geblieben?
Bist du ein Bild im Denken deiner Lieben?
Hast du die weißen Schwingen ausgebreitet
Und zogst hinauf von Engelshand geleitet
Zu jener Gottesstadt im Paradiese,
Wo auf der heiligstillen Blütenwiese
Fernher in feierlichem Zug die Frommen
Anbetend zu dem Bild des Lammes kommen?
Wo du auch seist; im Herzen bleibst du mein.
Was Gutes in mir lebt, dein ist‘s allein.

Wilhelm Busch (deutscher Dichter und Zeichner)

Abschied Blumen Frühling Herz Krankheit Sterben

Weitere Gedichte von Wilhelm Busch

Selig sind die Auserwählten Wärst du ein Bächlein, ich ein Bach Sie war ein Blümlein hübsch und fein Zwischen diesen zwei Gescheiten Sahst du das wunderbare Bild von Brouwer? Er stellt sich vor sein Spiegelglas Frisch gewagt Sie hat nichts und du desgleichen O du, die mir die Liebste war Hoch verehr ich ohne Frage Es saß in meiner Knabenzeit Sehr tadelnswert ist unser Tun Liebesglut Was soll ich nur von eurer Liebe glauben? Zu nehmen, zu behalten Mein kleinster Fehler ist der Neid Ich wußte, sie ist in der Küchen Es sprach der Fritz zu dem Papa Es wird mit Recht ein guter Braten Gott ja, was gibt es doch für Narren! Sie stritten sich beim Wein herum Gerne wollt ihr Gutes gönnen Er war ein grundgescheiter Mann Wirklich, er war unentbehrlich Woher, wohin? Wie schad, daß ich kein Pfaffe bin Ich habe von einem Vater gelesen Ich weiß ein Märchen hübsch und tief Es flog einmal ein munt‘res Fliegel Mich wurmt es Strebst du nach des Himmels Freude Zahnschmerz Zu zweit Zwei Jungfern Es ging der fromme Herr Kaplan Ich sah dich gern im Sonnenschein Früher, da ich unerfahren Seid mir nur nicht gar zu traurig Wenn alles sitzen bliebe Wenn ich dereinst ganz alt und schwach Zauberschwestern Vor Jahren waren wir mal entzweit Es saß ein Fuchs im Walde tief Du willst sie nie und nie mehr wiedersehen? Ein dicker Sack Zu gut gelebt Ich meine doch, so sprach er mal Kinder lasset uns besingen Liebe - sagt man schön und richtig Es stand vor eines Hauses Tor Es kam ein Lump mir in die Quer Ich saß vergnüglich bei dem Wein Humor Gestern war in meiner Mütze Ach, ich fühl es! Keine Tugend Ich hab in einem alten Buch gelesen Du warst noch so ein kleines Mädchen Warnung vor der Ehe Wenn ich im Januar Viel Freude macht Also hat es dir gefallen Im Herbst Die erste alte Tante sprach Ich weiß noch, wie er in der Juppe Die Liebe war nicht geringe Die Affen Die Selbstkritik hat viel für sich Die Rose sprach zum Mägdelein Ermahnungen und Winke Ärgerlich Denkst du dieses alte Spiel Der alte Förster Püsterich Du fragtest mich früher nach mancherlei Als ich ein kleiner Bube war Nun, da die Frühlingsblumen wieder blühen Es hatte ein Müller eine Mühl Warum heiratet man Als ich ein kleiner Bub war Du hast das schöne Paradies verlassen Als er noch krause Locken trug Laß doch das ewige Fragen Es saßen einstens beieinand Nie war die eine Liebesnacht Zu Neujahr Mein Freund Man wünschte sich herzlich gute Nacht Der Stern Da kommt mir ebenso ein Freund Das Bild des Mannes Die Freunde Abschied Es ist halt schön