Wilhelm Busch Gedichte - Ich weiß ein Märchen hübsch und tief

Wilhelm Busch
Ich weiß ein Märchen hübsch und tief.
Ein Hirtenknabe lag und schlief.
Da sprang heraus aus seinem Mund
Ein Mäuslein auf den Heidegrund.
Das weiße Mäuslein lief sogleich
Nach einem Pferdeschädel bleich,
Der da schon manchen lieben Tag
In Sonnenschein und Regen lag.
Husch! ist das kleine Mäuslein drin,
Läuft hin und her und her und hin,
Besieht sich all die leeren Fächer,
Schaut listig durch die Augenlöcher
Und raschelt so die Kreuz und Quer
Im alten Pferdekopf umher. –

Auf einmal kommt ‘ne alte Kuh,
Stellt sich da hin und macht Hamuh!
Das Mäuslein, welches sehr erschreckt,
Daß da auf einmal wer so blökt,
Springt, hutschi, übern Heidegrund
Und wieder in des Knaben Mund. –

Der Knab erwacht und seufzte: Oh,
Wie war ich doch im Traum so froh!
Ich ging in einen Wald hinaus,
Da kam ich vor ein hohes Haus,
Das war ein Schloß von Marmelstein.
Ich ging in dieses Schloß hinein.
Im Schloß sah ich ein Mädchen stehn,
Das war Prinzessin Wunderschön.
Sie lächelt freundlich und bekannt,
Sie reicht mir ihre weiße Hand,

Sie spricht: „Schau her, ich habe Geld,
Und mir gehört die halbe Welt;
Ich liebe dich nur ganz allein,
Du sollst mein Herr und König sein.“
Und wie ich fall in ihren Schoß,

Ratuh! kommt ein Trompetenstoß.
Und weg ist Liebchen, Schloß und alles
Infolge des Trompetenschalles.

Wilhelm Busch (deutscher Dichter und Zeichner)

Lustig Mädchen Schlafen Tiere Traum

Weitere Gedichte von Wilhelm Busch

Sahst du das wunderbare Bild von Brouwer? Er stellt sich vor sein Spiegelglas Zwischen diesen zwei Gescheiten Es saß in meiner Knabenzeit Hoch verehr ich ohne Frage Sehr tadelnswert ist unser Tun Selig sind die Auserwählten O du, die mir die Liebste war Wärst du ein Bächlein, ich ein Bach Sie war ein Blümlein hübsch und fein Sie hat nichts und du desgleichen Ich habe von einem Vater gelesen Gerne wollt ihr Gutes gönnen Mein kleinster Fehler ist der Neid Zu nehmen, zu behalten Sie stritten sich beim Wein herum Gott ja, was gibt es doch für Narren! Was soll ich nur von eurer Liebe glauben? Ich wußte, sie ist in der Küchen Er war ein grundgescheiter Mann Wie schad, daß ich kein Pfaffe bin Strebst du nach des Himmels Freude Frisch gewagt Wirklich, er war unentbehrlich Es flog einmal ein munt‘res Fliegel Ich weiß ein Märchen hübsch und tief Es wird mit Recht ein guter Braten Es sprach der Fritz zu dem Papa Zwei Jungfern Mich wurmt es Seid mir nur nicht gar zu traurig Vor Jahren waren wir mal entzweit Zauberschwestern Es ging der fromme Herr Kaplan Früher, da ich unerfahren Woher, wohin? Ich sah dich gern im Sonnenschein Du willst sie nie und nie mehr wiedersehen? Wenn alles sitzen bliebe Wenn ich dereinst ganz alt und schwach Zu zweit Kinder lasset uns besingen Liebesglut Ich meine doch, so sprach er mal Es saß ein Fuchs im Walde tief Es stand vor eines Hauses Tor Liebe - sagt man schön und richtig Es kam ein Lump mir in die Quer Zahnschmerz Ich saß vergnüglich bei dem Wein Ein dicker Sack Gestern war in meiner Mütze Zu gut gelebt Ich hab in einem alten Buch gelesen Du warst noch so ein kleines Mädchen Ach, ich fühl es! Keine Tugend Wenn ich im Januar Also hat es dir gefallen Im Herbst Die erste alte Tante sprach Die Selbstkritik hat viel für sich Die Rose sprach zum Mägdelein Die Liebe war nicht geringe Denkst du dieses alte Spiel Viel Freude macht Ärgerlich Der alte Förster Püsterich Du fragtest mich früher nach mancherlei Als ich ein kleiner Bube war Die Affen Warnung vor der Ehe Ich weiß noch, wie er in der Juppe Als ich ein kleiner Bub war Nun, da die Frühlingsblumen wieder blühen Ermahnungen und Winke Du hast das schöne Paradies verlassen Laß doch das ewige Fragen Es hatte ein Müller eine Mühl Als er noch krause Locken trug Es saßen einstens beieinand Mein Freund Zu Neujahr Warum heiratet man Der Stern Da kommt mir ebenso ein Freund Nie war die eine Liebesnacht Humor Man wünschte sich herzlich gute Nacht Die Freunde Abschied Das Bild des Mannes Es ist halt schön