Joachim Ringelnatz Gedichte - Von einem, dem alles danebenging

Joachim Ringelnatz
Ich war aus dem Kriege entlassen,
Da ging ich einst weinend bei Nacht,
Weinend durch die Gassen.
Denn ich hatte in die Hosen gemacht.
Und ich habe nur die eine
Und niemanden, wo sie reine
Macht oder mich verlacht.

Und ich war mit meiner Wirtin derquer.
Und ich irrte die ganze Nacht umher,
Innerlich alles voll Sorgen.
Und sie hätten vielleicht mich am Morgen
Als Leiche herausgefischt.
Aber weil doch der Morgen
Alles Leid trocknet und alle Tränen verwischt.

Joachim Ringelnatz (deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler)

Krieg Leiden Nacht Tränen Weinen

Weitere Gedichte von Joachim Ringelnatz

Miliz Der Mann der meine Schuhe putzt Brief auf Hotelpapier Die Litfaßsäulen Die Schnupftabaksdose So gut wie schlecht Nichts geschieht Die Lupe bietet sich an Fand meinen einen Handschuh wieder Der Seriöse Bürger, den ich meine Von einem, dem alles danebenging Ein Pflasterstein, der war einmal Lustig quasselt Nie bist du ohne Nebendir Der Komiker Liedchen Ein ehemaliger Matrose fliegt Es lebe die Mode! Angstgebet in Wohnungsnot Schnauz und Miez Es war ein Stahlknopf irgendwo Der Zahnfleischkranke Ein Strolch sieht spielende Kinder Was dann? Dreiste Blicke Dickhäuter Von dem großen Elefanten Der Unfall Morgenwonne Das scheue Wort Der Bücherfreund Der Sperling und das Känguru Draußen schneits Die Kartenlegerin Der Athlet Das Mädchen mit dem Muttermal Das Geschwätz Aus dem Tagebuch eines Bettlers Aneinander vorbei Zwei Tannenwurzeln Pinguine Einsamer Spazierflug Ansprache eines Fremden Im Park Ein männlicher Briefmark erlebte Das Geseires einer Aftermieterin Die Ameisen Berlin Der Sänger Doch ihre Sterne kannst du nicht verschieben Ein ganzes Leben Aus Drei Tage Tirol Das Schlüsselloch Heimatlose Insel Hiddensee Fliegerleute Ein Stück Bierflasche Weihnachten Heimatlose Septembertag Essen ohne Dich Die Frau mit der Reiherfeder Die Feder Nebel am Wattenmeer Blues Begrüßung eines soeben Gelandeten Babies Ein Nagel saß in einem Stück Holz Flugzeuggedanken Eine Zuschauerin im Flughafen Vorfreude auf Weihnachten Ehrgeiz An meinen Lehrer Winter Die Fliege im Flugzeug Der sächsische Dialekt Neuschnee Das Nasobem Der letzte Tag vergangnen Jahrs Deutsche Sommernacht Arm Kräutchen Lebhafte Winterstraße Sommerfrische An der alten Elster Auf dem Fliegenplaneten Das Turngedicht am Pferd Schöne Fraun mit schönen Katzen Aus meiner Kinderzeit Genau besehn In der Neujahrsnacht Der Glückwunsch Abgesehen von der Profitlüge Entschuldigungsbrief Aus der Kundenkunde Ein Taschenkrebs und ein Känguruh Freundschaft Das Herz laviert nicht Enttäuschter Badegast Auf den eisbedeckten Scheiben Arm Kräutchen Die Flucht der Heiligen Familie Ich wollte Dir was dezidieren Ab Kopenhagen Einsiedlers Heiliger Abend Aus der Vogelkunde Der letzte Weg Aufgebung An die Masse An meinen Kaktus Am Hängetau An M. Am Barren An M. An Alfred Schloßhauer Frucht-Zucht-Frucht Freiübungen Ferngruß von Bett zu Bett An einem Teiche Großer Vogel Die Krähe Die Badewanne An meinen Zigarettenrauch An meine Herberge in Stuttgart Ach wie schön, dass Du geboren bist An ein startendes Flugzeug Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Datteldu Am Sachsenplatz - Die Nachtigall Brautnacht An Land August 1929 Abermals in Zwickau Abschied der Seeleute Abendgebet einer erkälteten Negerin Abschied von Renée